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Ihr
RGB-Tintendrucker als Proofsystem
Proofdrucker meint, mit dem eigenen
Drucker einen anderen zu simulieren, also abzubilden, wie ein anderes
Drucksystem druckt. Sie haben schöne Bilder erstellt, die Sie demnächst
bei einem Dienstleister drucken lassen möchten, z.B. auf Leinwand. Sie
haben mit dem Leinwanddruck aber wenig Erfahrung und möchten nun erst
mal wissen, wie der Druck denn ausfallen wird. Das ist eigentlich gar
kein Problem. Sie selbst können den Druck auf Leinwand perfekt
simulieren.
Sie brauchen dazu:
-
einen Tintendrucker mit
Hochglanzpapier
-
ein vermessenes Druckerprofil Ihres
Druckers für den Druck auf diesem Papier (das bekommen Sie gegen
Entgelt von uns, ca. 37,00 Euro)
-
Adobe Photoshop (evtl. geht es mit
Trick auch in anderen Programmen, das müssen wir nochmals testen)
das Leinwand-Druckprofil erhalten Sie
von uns in diesem Fall kostenfrei
Voraussetzung ist, daß Ihr Drucker einen
so großen Farbraum hat, daß der Leinwand-Farbraum möglichst vollständig
abgedeckt wird. Normalerweise sollte das auf Hochglanzpapier aber kein
Problem sein.
Das Ergebnis nehmen wir hier vorweg:
Plötzlich druckt Ihr Tintendrucker so wie unsere Leinwand. Visuell
ergibt sich eine sehr gute Übereinstimung, selbst der Leinwand-Grundton
wird recht gut getroffen.
Oberes Teilbild: Ausdruck auf Epson 985,
profiliert, darunter: unser Leinwanddruck mit Epson 9000 und Profil.
Dieser Proof entstand auf unserem Farbseminar am 12. und 13.2.2005. Die
Teilnehmerin ist nun in der Lage, mit ihrem profilierten Tintendrucker
zuhause unsere Leinwand-Druckergebnisse (mit dem deutlich kleineren
Farbraum) perfekt vorherzusagen. Überraschungen wird es nicht mehr
geben.

Vorgehen und Details:

Sie drucken eine Testdatei aus mit 135
Meßwerten, die Sie von uns erhalten.
Dann wird diese Datei von uns
spektralphotometrisch vermessen und wir berechnen mittels der
Profilsoftware Prinect 5.1 (Heidelberg) ein ICC-Druckerprofil für
IHREN Tintendrucker und schicken Ihnen UNSER Leinwanddruckprofil. Beide
kopieren Sie in das Photoshop-Profilverzeichnis, das Leinwanddruckprofil
in das Unterverzeichnis Recommended.
Danach können sie nach einem Neustart in
Photoshop das Leinwand-Profil als Proofprofil einrichten. Ihr
Druckprofil wird bei der Ausgabe aktiv als Druckprofil für die Quelle,
also für Ihren Drucker. Ganz wichtig: als Rendering Intent
(Wiedergabe-Absicht) schalten Sie auf ABSOLUTE Farbmetrik, d.h. die
Farbräume werden 1:1 aufeinander abgebildet.
Bildschirm-Fotos folgen demnächst.
Das Ergebnis sehen Sie oben: Außenrand
der Kästchen = Farben des Epson 985-Tintendruckers auf Hochglanzpapier,
innen unsere Leinwand mit Epson 9000 und Pigmenttinte von European Ink,
lackiert mit UV-Schutzlack hochglanz.
Die weiteren Abbildungen zeigen den
Vergleich der beiden Farbräume im Detail.
 


Bild unten: zum Vergleich ein
Kundendrucker, bei dem die Simulation nicht funktionieren wird. Leider
hat das ausgewählte Hochglanzpapier einen Weißpunkt, der deutlich unter
dem von Leinwand liegt, also nicht so weiß ist. Damit ragt ein großer
Teil des auf Leinwand druckbaren Farbraumes (rot dargestellt) nach oben
aus dem Tintendruckerfarbraum (blau) heraus und würde damit falsch
simuliert. Insgesamt ist der Kundendrucker-Farbraum mit 448.451
Kubik-Delta-E deutlich größer als Leinwand EPI mit 337.359 Kubik-Delta-E.
Dieses Bild zeigt sehr schön, daß die
Leinwand EPI besonders in den hellen Tönen doch einen recht großen
Farbraum hat, der manches Hochglanzpapier massiv in den Schatten stellt.
Auch in den Tiefen wird ein vergleichbares Ergebnis erreicht.

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